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Was ist Qualität?
Der Begriff "Qualität" ist abgeleitet vom lateinischen Wort
"qualis" und bedeutet "wie beschaffen". Demnach beinhaltet
Qualität zunächst neutral die Beschaffenheit, die Güte oder
den Wert eines Produktes oder einer Dienstleistung. Ob eine
Qualität als gut oder schlecht bewertet wird, ist von dem
Erfüllungsgrad der erwarteten oder festgelegten Kriterien
abhängig.
Ähnlich neutral ist die Definition nach DIN EN ISO 8402.
Darin wird Qualität beschrieben:
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"... als
die Gesamtheit der Eigenschaften und Merkmale bezüglich
ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse
zu erfüllen". |
Gleich, welche Formulierung als die geeignetere erscheint,
wichtigster Aspekt innerhalb der Qualitätsdiskussion ist der
Kunde. Er ist letztlich der Maßstab, der entscheidet, ob ein
Produkt oder eine Dienstleistung die gewünschte Qualität hat
oder nicht. Wer also "Qualität" herstellen möchte, muss den
Wünschen der Kunden Rechnung tragen und diese regelmäßig überprüfen.
Die Beurteilung der Qualität durch den Kunden und verschiedene
notwendige Aufwendungen für die Qualitätssicherung haben sich
zu Wettbewerbsfaktoren entwickelt, welche für den Unternehmenserfolg
von zentraler Bedeutung sind.
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Qualität gestern und heute
Die Diskussion um die Optimierung der Qualität, die ursprünglich
von industriellen Betrieben ausgegangen ist, geht heute von
neuen umfassenden Qualitätskonzepten und einem veränderten
Qualitätsverständnis aus. Die frühere Qualitätssicherung war
rein endergebnisorientiert. Produkte wurden lediglich am Ende
der Produktion auf ihre Qualität hin geprüft und Zulieferprodukte
einer Wareneingangsprüfung unterzogen.
Heute entwickelt sich die Qualität prozessorientiert. Dabei
wird Qualität nicht ausschließlich an dem Produkt oder der
Dienstleistung festgemacht, sondern zieht die Gesamtheit der
Prozessabläufe in die Qualitätsbeurteilung mit ein. Bewertet
wird also die Qualität der Prozesse, aber auch die der Arbeitsbedingungen
sowie die Beziehungen des Betriebes zu seinem gesellschaftlichen
Umfeld.
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Gesetzliche Grundlagen
Neben den Anforderungen durch den Kunden sind durch gesetzliche
Rahmenbedingungen, wie die neue Lebensmittelhygiene-Verordnung
für die Lebensmittelbranche oder das Produkthaftungsgesetz,
Bedingungen geschaffen worden, die eine qualifizierte Qualitätssicherung
erforderlich machen.
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1. Produkthaftung
Die Rechtsprechung zur Produkthaftung verpflichtet Organisationsverantwortliche,
alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, damit ausschließlich
ausreichend sichere Produkte in den Verkehr gebracht werden.
Grundlage ist, den unter wirtschaftlichen und technischen
Voraussetzungen zumutbaren Stand der Technik einzuhalten und
entsprechende Einrichtungen und Abläufe zu schaffen.
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2. Hygieneverordnung
Wichtigste Forderung der Lebensmittelhygiene-Verordnung ist
die Erstellung eines Eigenkontrollkonzeptes, in dem alle aus
lebensmittelhygienischen Gesichtspunkten relevanten Prozesse
kontrolliert und dokumentiert werden.
Für Werkstätten für Behinderte wird im Bundessozialhilfegesetz
(BSHG) § 93 die Forderung nach Qualität deutlich. Diese beinhaltet
erstmals die Qualität der Leistungen von Werkstätten:
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"Die Träger
der Sozialhilfe sind zur Übernahme von Aufwendungen für
die Hilfe in einer Einrichtung nur verpflichtet, wenn
mit dem Träger der Einrichtung oder seinem Verband eine
Vereinbarung über Inhalte, Umfang und Qualität der Leistungen
sowie über die dafür zu entrichtenden Entgelte besteht."
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Zusätzlich sollen Regelungen gefunden werden, welche die
Qualität der Leistungen prüfbar machen.
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Wahl eines Qualitätsmanagements
Seit Mitte der achtziger Jahre sind zur Steuerung der Qualität
Qualitätsmanagementsysteme (QMS) entwickelt worden. Kern eines
jeden QMS ist die systematische Steuerung und Überprüfung
der Prozesse, die für Unternehmen oder Organisationen existenziell
sind. Dazu müssen alle qualitätsbeeinflussenden Faktoren erkannt
werden und die dazugehörigen Produktionsabläufe so ausgerichtet
sein, dass die Qualitätsansprüche der Kunden erfüllt werden.
Zunehmendes Gewicht in der Diskussion um Qualitätssicherung
erhält das Verfahren durch den Aufbau eines Qualitätsmanagements
nach der Normenreihe DIN EN ISO 9000ff. Dieses Verfahren,
das in verschiedenen industriellen Zweigen in der freien Wirtschaft
seit Jahren erfolgreich angewandt wird, hält zunehmend in
sozialen Einrichtungen Einzug. Inhalt dieser Normenreihe ist
die Beschreibung der qualitätsrelevanten Maßnahmen des Leistungsprozesses,
wobei insbesondere auf vorbeugende Maßnahmen eingegangen wird.
Die DIN EN ISO 9000 und 9004 ist dabei als Leitfaden zu verstehen,
der Hinweise und Hilfen für die Auswahl und den Aufbau
von QMS gibt. Als Anforderungsnorm beinhaltet die DIN EN ISO
9001 bis 9003 Modelle zur Darlegung des QMS nach außen.
Diese Modelle unterscheiden sich in der Anzahl der geforderten
QM-Elemente, dem Nachweisumfang und dem inhaltlichen Umfang
der Forderungen sowie der Nachweistiefe. Dabei erhält
die DIN EN ISO 9001 als höchste Nachweisstufe gleichzeitig
die umfangreichsten Forderungen. Welche Norm für welches
Unternehmen geeignet ist, richtet sich nach dem Tätigkeitsbereich.
Elemente
der Normenreihe 9001-9003 (pdf-Datei)
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Gruene-Werkstatt.de
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