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Fallbeispiel: Uni-Klinik Frankfurt am Main
In der Uni-Klinik in Frankfurt am Main werden durchschnittlich
1100 Patienten voll verpflegt. Dazu kommen 1000 bis 1500 Mittagessen
für Mitarbeiter und Studenten und im Rahmen der Zwischenverpflegung
etwa 1300 Kassendurchgänge.
Trotz zunehmenden Kostendruckes bestand bei Herrn Mrasek,
dem Leiter der Verpflegungsbetriebe, schon länger Interesse
an ökologisch erzeugten Produkten. Mitte 1993 nahm er mit
Vertretern des Ökologischen Landbaus Kontakt auf, um den Einsatz
von Öko-Produkten in den Verpflegungsbetrieben der Uni-Klinik
zu realisieren. Schon in den ersten Gesprächen wurden mögliche
Probleme offen angesprochen. Herr Mrasek machte von Beginn
an klar, dass eine Belieferung nur unter zwei Voraussetzungen
in Betracht kommt:
- Die Verpflegungskosten dürfen durch den Einsatz von Öko-Produkten
nicht nach oben verschoben werden.
- Einkauf und Zubereitung dürfen keine zusätzliche Arbeitsbelastung
verursachen.
Diese Anforderungen konnten vom Kartoffelschälbetrieb des
St. Antoniusheimes in Fulda, der Ende 1993 eingerichtet wurde,
erfüllt werden.
Ab Frühjahr 1995 wurden in der Uni-Klinik ausschließlich
Öko-Kartoffeln verarbeitet. Die Umstellung auf Öko-Kartoffeln
konnte als voller Erfolg bezeichnet werden:
- Die Qualität stimmte.
- Es entstand kein höherer Arbeitszeitaufwand.
- Der um fast 50 Prozent höhere Preis ließ sich verkraften,
da Kartoffeln am gesamten Wareneinsatz nur etwa zwei Prozent
ausmachen und der Mehrpreis in der Gesamtkalkulation (Stichwort
"Mischkalkulation") gewissermaßen verschwindet.
Ein Zugeständnis musste allerdings auch die Uni-Klinik machen.
Sie konnte aus logistischen Gründen nur dreimal pro Woche
mit Kartoffeln beliefert werden. Vor der Umstellung auf Öko-Kartoffeln
war eine tägliche Belieferung die Regel.
Nach einigen Wochen der Belieferung wurde jedoch ein entscheidendes
Problem deutlich, welches letztlich dazu führte, dass man
die Lieferbeziehung trotz beidseitiger Zufriedenheit auflöste.
Die Bestellmengen der Uni-Klinik schwankten stark und mussten
aus internen Gründen oft kurzfristig geändert werden. Bei
einer durchschnittlichen Gesamtmenge von drei bis vier Tonnen
pro Monat wurden mal 1000 Kilogramm bestellt und dann wieder
nur 150 Kilogramm. Dies verursachte Probleme im Schälbetrieb,
da die behinderten Mitarbeiter die erheblichen Schwankungen
nicht kompensieren konnten.
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