Modellvorhaben: Entwicklung von Netzwerken zwischen ländlichen Dienstleistern und Grünen Werkstätten
Förderung durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Projektbeginn: August 2008
Laufzeit: 30 Monate
Vollständiger Projekttitel:
Entwicklung einer Methode zum Aufbau eines regionalen Netzwerks von ländlichen Dienstleistern und landwirtschaftlichen Betrieben mit Werkstätten für behinderte Menschen als Beitrag zur Förderung der Entwicklung ländlicher Räume
Hintergrund
Landwirtschaftliche Betriebe bieten durch den engen Bezug der Tätigkeiten zur Natur günstige Voraussetzungen für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Der Umgang mit Tieren, die Vielfalt und Abwechslung sowie die Strukturierbarkeit und Überschaubarkeit der Tätigkeiten fördern darüber hinaus auch die Persönlichkeitsentwicklung. Aufgrund der bisherigen positiven Erfahrungen, die mit der Betreuung von Menschen mit Behinderung und einer Beschäftigung im „Grünen Bereich“ gemacht wurden, haben in den letzten Jahren zahlreiche „Werkstätten für behinderte Menschen“ (WfbM) einen land- oder gartenbaulichen Bereich entwickelt.
Die von den Grünen Werkstätten oder „Care Farms“ ausgehenden wirtschaftlichen Perspektiven und Chancen für eine nachhaltige ländliche Entwicklung in der Region werden dabei weitgehend nicht wahrgenommen. Durch eine gezielte Vernetzung dieser Einrichtungen mit landwirtschaftlichen Unternehmen, Einzelhandelsgeschäften, sozial-pflegerischen und kulturellen Einrichtungen in der Region können jedoch vielfältige Synergieeffekte entwickelt und neue wirtschaftliche Impulse ausgelöst werden.
Zielsetzung
In einem Modellvorhaben soll daher eine Methode zum Aufbau eines regionalen Netzwerks von ländlichen Dienstleistern (zum Beispiel im Handwerk und Tourismus) sowie landwirtschaftlichen Betrieben mit Werkstätten für behinderte Menschen als Beitrag zur Förderung der Entwicklung ländlicher Räume entwickelt und erprobt werden. Von entscheidender Bedeutung ist dabei, dass diese in mehreren Projektregionen entwickelte Methode auch auf andere Regionen Deutschlands und ggf. auch im europäischen Raum übertragbar ist.
Im Bundesgebiet gibt es in Teilbereichen unterschiedliche Ansätze dazu, wie Menschen mit Behinderung im Bereich der Landwirtschaft beschäftigt und sinnvoll in den Produktions- und Verarbeitungsbereich integriert werden können. Inwieweit die Grünen Werkstätten jedoch innerhalb einer Region sinnvolle Kooperationen mit anderen landwirtschaftlichen Betrieben und weiteren geeigneten Einrichtungen bilden können, ist bislang nicht untersucht worden.
Die in dem Modellvorhaben gewonnenen Erkenntnisse sollen in einem Leitfaden zusammengefasst und anschaulich dargestellt werden, um die Übertragbarkeit der Projektergebnisse in andere Regionen zu fördern.
Eine der Grünen Werkstätten, die in das Modellvorhaben eingebunden sind, ist der Ökohof Kuhhorst im Havelland (Brandenburg). Der Hof bietet mehr als 70 Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz. Die dem Ökohof angeschlossene Werkstatt für Behinderte übernimmt hierbei die Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte des Hofes.

Weitere Informationen in der
Infobroschüre (PDF-Datei, 743 kB)
Kontakt
Forschungsinstitut für biologischen Landbau
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Projektleitung:
Dr. Robert Hermanowski, Tel. +49 69 7137699-3
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